Registrieren sie sich für unseren newsletter Unser aktueller Newsletter

EDP MEPS erzählen uns, warum sie sich entschieden haben, für Europa zu kämpfen.

Sprachen, Kulturen, regionale Unterschiede und lokale Initiativen müssen gepflegt werden, denn sie sind der größte Trumpf Europas.

China mit vielen Fangarmen und westliche Festung

Jean Marie Beaupuy

Letzte Woche blockierten Ungaren und Polen die Unterzeichnung eines europäischen Abkommens, als China ein wichtiges Handelsabkommen mit 20 Ländern, darunter Japan und Australien, ankündigte. China verfolgt seit Jahren eine Politik der Expansion. Nachdem das Land im Laufe der Jahrzehnte zur Fabrik der Welt geworden hat, agiert es nun in alle Richtungen. Es möchte sich Hong Kong, Taiwan und mehrere Inseln einverleiben. Nach den Vereinigten Staaten verfügt es über den zweitgrößten Militärhaushalt der Welt. Mit der Seidenstraße erstreckt es sich über drei Kontinente. Über zehn tausend chinesische Firmen wurden in Afrika gegründet, wo es 50 % der Großgeräte produziert. China macht bei der Schadstoffbeseitigung rapide Fortschritte. Es baut, mittlerweile effiziente, Raumfahrttechnologien auf, usw.

Im Westen ziehen sich die Vereinigten Staaten wirtschaftlich, politisch und militärisch zurück. Die Briten verlassen den Kontinent, ohne zu wissen, mit wem sie sich verbünden werden. Der Aufbauplan der Europäischen Union wird von drei Ländern blockiert, während unsere Volkwirtschaften zusammenbrechen. Zur Krönung dieser Lage sind die Chinesen aus der Covid-Krise wieder herausgekommen, während wir uns noch fragen, wie wir einen dritten Lockdown vermeiden können! Dabei muss Frankreich gemeinsam mit Deutschland die treibende Kraft in Europa sein. Zugegeben, wie sind nicht die Musterschüler in der Klasse, aber wir dürfen uns nicht im Alltag einsperren lassen und uns in uns selbst zurückziehen. Ja, wir müssen europaweit effiziente Industrien aufbauen – die Anstrengungen in der Raumfahrt fortsetzen – unsere Forschungsbudgets ausbauen – wieder ein politisches und wirtschaftliches Standbein in Afrika gewinnen – Mittel und Wege zur Kontrolle der Internetriesen finden, usw.

Die Franzosen und Europäer, die ihre Grenzen schließen möchten und es genießen, ihrer Wählerschaft zu schmeicheln, sind dazu verdammt, ihre Unabhängigkeit zu verlieren, selbst wenn sie behaupten, ihre Souveränität vorantreiben zu wollen.

Das Frankreich des Zeitalters der Aufklärung muss die Konturen einer neuen Gesellschaft, welche die Natur bewahrt und den Menschen in all seinen körperlichen, intellektuellen und geistigen Dimensionen wertschätzt, neu skizzieren – ohne Arroganz, aber mit Entschlossenheit.

Und zwar zusammen mit unseren europäischen Verbündeten. Das Motto Europas lautet Einheit in Vielfalt. Lasst uns zur Bewahrung unserer – lokalen, regionalen, nationalen, europäischen – Identitäten stärker geeint angesichts des chinesischen Imperialismus zusammenstehen.

Jean Marie Beaupuy