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EDP MEPS erzählen uns, warum sie sich entschieden haben, für Europa zu kämpfen.

Sprachen, Kulturen, regionale Unterschiede und lokale Initiativen müssen gepflegt werden, denn sie sind der größte Trumpf Europas.

Dem politischen Leben in Europa eine Event-Dimension verleihen

Sabine_Thillaye_MoDem
Heinrich-Böll-Stiftung - Foto: stephan-roehl.de

Die französische Abgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für europäische Angelegenheiten in der französischen Nationalversammlung, Sabine Thillaye, spricht über ihren Bericht über die Berichterstattung über Europa in den französischen Medien.

Sie haben auch einen Status für Journalisten erwähnt, die sich auf europäische Angelegenheiten spezialisiert haben. Was sind die langfristigen Ziele? Sollte es einen Status des "europäischen Journalisten" geben?

Um die Qualität der von den Journalisten gelieferten Informationen zu verbessern, scheint es notwendig zu sein, sie zu ermutigen, europäische Themen auf relevante Weise zu behandeln und zu analysieren, was entsprechende Ausbildungsmodule im Vorfeld impliziert. Längerfristig sollte auch über die Schaffung einer europäischen Journalistenschule nachgedacht werden, die sich der Ausbildung von europäischen Pressekorrespondenten widmet. Darüber hinaus könnte der französische "Louise Weiss"-Preis, mit dem französischsprachige Journalisten ausgezeichnet werden, die sich für eine vertiefte Berichterstattung über europäische Themen einsetzen, auf die europäische Ebene übertragen werden. Der Status des "europäischen Journalisten" würde es ermöglichen, bestimmte berufliche Erleichterungen zu gewähren.

Wie kann man über neue Formen der Information über europäische Themen nachdenken?

Vor allem muss die Europäische Union sich selbst in Szene setzen, um zu zeigen, dass sie ein echtes "politisches Narrativ" liefern kann. Das politische Leben in Europa muss eine Event-Dimension erhalten, um es den Bürgern näher zu bringen und verständlicher zu machen. So hat beispielsweise die Online-Zeitung Politico, die sich auf die Berichterstattung über europäische Angelegenheiten spezialisiert hat, gezeigt, dass es möglich ist, über die Europäische Union und ihre aktuellen Angelegenheiten auf eine andere Art und Weise zu sprechen, indem man ihre Themen entschlüsselt und ihre Debatten inszeniert. Auf institutioneller Ebene sollte die parlamentarische Kontrolle über europäische Angelegenheiten verstärkt werden, um den Journalisten mehr Material zur Verfügung zu stellen. In diesem Sinne schlagen wir vor, die Fragestunde an die Regierung vor den wichtigsten Tagungen des Europäischen Rates durch eine formelle Debatte mit anschließender Abstimmung zu ersetzen. Diese Art der Debatte würde es der nationalen Vertretung ermöglichen, sich stärker an der Überwachung der europäischen Politik zu beteiligen. Schließlich könnte die Rolle des Ausschusses für europäische Angelegenheiten dadurch gestärkt werden, indem er zu einem ständigen Ausschuss wird, der regelmäßig an der Umsetzung europäischer Texte in nationales Recht beteiligt ist.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Sabine Thillaye auf der Website des Mouvement Démocrate.