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EDP Washington

DEMOKRATEN AUF BEIDEN SEITEN DES ATLANTIKS WERDEN ENGER ZUSAMMENARBEITEN

Für die Demokraten auf beiden Seiten war es besonders wichtig, enger zusammenzuarbeiten.

Ein beispielloser Rückschlag bei der Förderung der Regionalsprachen

François Bayrou
Screenshot BFM

Am Montag gab der Präsident der EDP, François Bayrou, der Wochenzeitung L'Express ein Interview zur Entscheidung des französischen Verfassungsgerichts (Conseil constitutionnel), einer Verfassungsbeschwerde gegen das sogenannte "Molac-Gesetz" zur Förderung von Regionalsprachen stattzugeben. Dies stellt einen beispiellosen Rückschritt bei der Förderung dieser Sprachen dar.

Bayrou, Bürgermeister der Stadt Pau, ist der Meinung, dass "das Streichen auf einen Schlag der jahrzehntelangen Bemühungen um die Weitergabe dieser Sprachen, die zum französischen Kulturerbe gehören, inkonsequent, beispiellos und gefährlich ist", weil es "die Existenz von immersiven Schulen in Frage stellt, in denen das Schulleben und die Mehrheit der Kurse in der Regionalsprache abgehalten werden."

François Bayrou argumentiert, dass man eine Sprache am besten lernt, indem man sie im Alltag - also vor allem in der Schule - benutzt.

Der Verfechter des Béarnais, einer Regionalsprache, die in seinem Departement gesprochen wird, erinnert auch daran, dass das Eintauchen in eine Regionalsprache den Fähigkeiten der Schüler im Französischen nicht nur nicht schadet, sondern sie sogar verbessert: "Das ist logisch, denn... das Jonglieren mit zwei, manchmal drei Sprachen, entwickelt in ihnen ein bemerkenswertes Sprachgefühl, so dass ihre Leistungen im Allgemeinen besser sind als die von Schülern, die einsprachig unterrichtet werden.“

Unsere baskische Mitgliedspartei, die EAJ-PNV, hat die Entscheidung des französischen Verfassungsrates, das Molac-Gesetz abzulehnen, mit dem Argument verurteilt, dass die Blockierung des immersiven Unterrichts im öffentlichen System eine Entwicklung gefährdet, die zweisprachige Sprecher (baskisch und französisch) hervorgebracht hat.

Für die EAJ-PNV bedeutet die Abschaffung von immersivem Unterricht, dass das Hauptinstrument zur Schaffung neuer Sprecher in diesen Sprachen wegzubrechen droht. Es ist gleichbedeutend mit dem Ende jeder Hoffnung auf ihre Wiederbelebung. Daher, so die EAJ-PNV, zeigt die aktuelle Situation die absolute Notwendigkeit eines territorialen Status‘ für die baskische Sprache im Baskenland, den die baskische Partei seit mehr als 5 Jahren fordert.

Aus einem 2015 von der baskischen Regierung veröffentlichten Bericht über die Rolle der baskischen Sprache und Kultur geht hervor, dass die baskische Sprache 4,2 % des gesamten BIP des Baskenlandes ausmacht und 56.142 Arbeitsplätze direkt, indirekt oder beruflich mit der Regionalsprache verbunden sind.

Erst letztes Jahr hat das Europäische Parlament seine Unterstützung für den Schutz und die Aufwertung von Minderheitensprachen und -kulturen in Europa zum Ausdruck gebracht und einen gemeinsamen Rahmen von europäischen Mindeststandards zum Schutz von Minderheitenrechten gefordert. Laut der Bürgerinitiative "Minority SafePack" gehören 50 Millionen europäische Bürger zu "traditionellen Minderheiten und Sprachgruppen".

Der Schutz von Minderheiten ist ein Gründungswert der EU, und der Vertrag (Art. 3(3)) besagt, dass die EU verpflichtet ist, das kulturelle Erbe Europas zu schützen und zu fördern. Wenn wir wirklich an die Gründungswerte der Europäischen Union und ihr Motto "in Vielfalt geeint" glauben, müssen wir aufhören, Sprachen als Waffen im Parteikampf zu benutzen. Die Rechte der Sprecher dieser Sprachen zu verteidigen bedeutet, sich für die Grundrechte von 50 Millionen Europäern einzusetzen.

Lesen sie hier das Interview mit François Bayrou auf der Seite seiner Partei "Mouvement Démocrate".