Registrieren sie sich für unseren newsletter Unser aktueller Newsletter

EDP MEPS erzählen uns, warum sie sich entschieden haben, für Europa zu kämpfen.

Sprachen, Kulturen, regionale Unterschiede und lokale Initiativen müssen gepflegt werden, denn sie sind der größte Trumpf Europas.

EU-Außenhandel: Australien und Neuseeland sind eine Chance für Europa

Muller_0.png

Die einzige Möglichkeit für Europa, auf Donald Trumps Handelspolitik zu reagieren, ist die Förderung eines fairen, offenen und regelbasierten globalen Handels, schreibt unsere deutsche Europaabgeordnete und EDP-Vizepräsidentin Ulrike Müller.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat US-Präsident Donald Trump die internationale Handelspolitik durcheinandergewirbelt. Er hat nicht nur gegen die internationalen Regeln der WTO verstoßen, indem er Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Europa verhängte, sondern auch mit zusätzlichen Zöllen auf deutsche Autos gedroht.

Auch aus dem gemeinsamen Kommuniqué zum Abschluss des G7-Gipfels haben sich die USA inzwischen zurückgezogen. Kurzum: Donald Trump stellt derzeit sowohl die europäische als auch die internationale Handelspolitik vor enorme Herausforderungen.

Es ist wichtig, dass Europa nicht wie ein Reh im Scheinwerferlicht erstarrt, sondern seine Verbindungen in die Welt stärkt und den multilateralen, offenen und regelbasierten Handel vorantreibt. Wir können neue Handelshorizonte erschließen, indem wir nach Australien und Neuseeland schauen.

Alle Parteien schließen derzeit Abkommen mit zahlreichen anderen Ländern ab, und es ist daher nur logisch, dass sie die Handelsbeziehungen untereinander intensivieren und fit für das 21. Jahrhundert machen sollten.

Als Vorsitzende der Parlamentsdelegation für Australien und Neuseeland stehe ich in regelmäßigem Kontakt mit beiden Ländern und arbeite an der Stärkung ihrer Beziehungen zur EU.

Die Verbindungen zwischen der EU und beiden Ländern sind historisch und kulturell tief verwurzelt. Wir teilen gemeinsame Werte und Prinzipien. Die EU hat seit vielen Jahren eine enge und freundschaftliche Partnerschaft mit Australien und Neuseeland.

Das Handelsvolumen zwischen der EU und Australien belief sich zuletzt auf mehr als 47,7 Mrd. €. Mit Neuseeland waren es 8,7 Mrd. €. Handelsabkommen mit Australien und Neuseeland würden EU-Unternehmen den Zugang zu wertvollen asiatisch-pazifischen Märkten erleichtern. Beide Seiten könnten von einem begünstigten bilateralen Handel profitieren und zusätzliche Absatzmöglichkeiten schaffen.

Industrieprodukte sind derzeit der größte Export aus der EU nach Australien, während in die andere Richtung vor allem mineralische Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte exportiert werden. Auch Neuseeland exportiert hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte in die EU.

Das Ziel des Handelsabkommens mit den beiden Ländern sollte sich daher auf den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen sowie generell auf Kosteneinsparungen und bessere Absatzmöglichkeiten konzentrieren, nicht aber auf die vollständige Liberalisierung des sensiblen europäischen Agrarsektors.

Bestimmte Bereiche der Lebensmittelproduktion wie geschützte geografische Angaben müssen erhalten bleiben, und unsere Umwelt- und Verbraucherstandards müssen beibehalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Die europäischen Finanzminister haben die Kommission gebeten, die entsprechenden Verhandlungen für Handelsabkommen mit beiden Ländern im Mai aufzunehmen. Wir erwarten nun schnelle, aber sorgfältige Verhandlungen im Einklang mit dem erklärten Ziel der EU, ein globales, faires und regelbasiertes Handelssystem zu gewährleisten.

Ich hoffe, dass die anstehenden Verhandlungen von beiden Seiten mit Transparenz und Vertrauen angegangen werden und am Ende zu einem ausgewogenen Win-Win-Abkommen führen.

Europas Antwort auf Donald Trumps isolationistische Politik sollte ein Bekenntnis zu Offenheit, freiem und regelbasiertem Handel und fairer Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern sein.