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EDP Washington

DEMOKRATEN AUF BEIDEN SEITEN DES ATLANTIKS WERDEN ENGER ZUSAMMENARBEITEN

Für die Demokraten auf beiden Seiten war es besonders wichtig, enger zusammenzuarbeiten.

Januar 1986: Iberische Gemeinden traten Europa bei

Jon Gangoiti
Communautes europeennes 1986

Zum 35. Jahrestages der ersten Sitzung des Europäischen Parlamentes mit spanischen und portugiesischen EU-Abgeordneten im Jahr 1986 blickt der ehemalige baskische EU-Parlamentsabgeordnete Jon Gangoiti auf den Beitritt Spaniens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zurück.

Im Januar 1986 zog ich in einem neuen Europa der 12 als Mitglied der EAJ-PNV ins Europäische Parlament ein.

Nach der langen Nacht von Francos Regime war das ein Moment großer Freude und vor allem würde dies einen Versuch eines Militärputsches wie am 23. Februar 1981 unmöglich machen.

Von Beginn der Verhandlungen an dachte ich, dass das Festhalten am europäischen Projekt, dem alten Traum der Partei seit der Zeit der Zweiten Spanischen Republik von 1931 bis 1936 Wirklichkeit geworden ist.

Dennoch hatte ich Zweifel und befürchtete nach 50 Jahren Quasi-Autarkie mit der Einbindung in einen offenen Markt und mit Ländern, die schon lange in produktiven und konkurrierenden Bereichen tätig waren, durch den Beitritt wirtschaftliche Rückschläge. Unser Bemühen, dem europäischen Club beizutreten, hätte wegen unserer ausgeprägten erlittenen wirtschaftlichen Isolation in einer Katastrophe enden können. Doch vor allem war es eine großartige Chance, zu lernen, wie wir uns wettbewerbsmäßig aufstellen können, wie wir unsere Industrieinfrastruktur modernisieren können - kurz gesagt, uns in dem mit den USA meistentwickelten Block der Welt zu entwickeln.

Im Baskenland konnten wir uns dank des Einsatzes und der Fähigkeiten unseres Wirtschaftssektors und dessen Arbeitskräfte und unserer Institutionen dieser Herausforderung stellen. Und heute steht unsere Region beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf an zweiter Stelle in Spanien, nur noch hinter Madrid, und in Sachen soziale Gleichheit sind wir Spitzenreiter.

Heute ist das Baskenland in der EU als eine der „Regionen“, die dank der Arbeit und Ausbildung unserer Bürger, sozialer Netzwerke und Institutionen Zugang zu einer größeren Anzahl an Projekten haben, bekannt und anerkannt.

Meine Zweifel und Befürchtungen wurden ausgeräumt. Die Bilanz dieser 35 Jahre Mitgliedschaft ist sehr positiv. Wären wir draußen – aus der Union – geblieben, wäre unsere Demokratie gefährdet gewesen und unser Niveau des Sozialstaats und der sozialen Gleichheit hätte sich enorm verschlechtert.

Aktuell, angesichts des Rahmens der Verwaltung der Mittel für die Reindustrialisierung nach der Pandemie glaube ich, dass sich für uns eine neue Chance eröffnen würde, das Baskenland an der Spitze der zukünftigen Wirtschaftssektoren zu platzieren und zu konsolidieren, wenn die Durchführbarkeit dieser Mittel in Übereinstimmung mit den von der Europäischen Kommission geforderten Modernisierungsanforderungen von Brüssel bewertet werden würden.

Nach der positiven Erfahrungen dieser 35 Jahre blicken wir hoffnungsvoll in in die Zukunft - und zwar auf Grundlage der Fortschritte der Wissenschaft, die uns hilft, diese Pandemie zu überwinden und der individuellen und kollektiven Lehren, die wir gezogen haben, um in einer stärkeren Zusammenarbeit auf allen Ebenen und mit einer nachhaltigen Entwicklung der Menschen, die die Einzelperson in den Mittelpunkt ihrer Ziele stellt, voranzukommen.

Jon Gangoiti
EAJ/PNV MdEP (1986-1987) (1989-1994)