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Ein Europe von uns gestaltet - EDP Workshop in Kassel

Auf Initiative des Europaabgeordneten, und Mitglied der Freien Wähler, Engin Eroglu, organisierte die Europäische Demokratische Partei vom 13. bis 15. Dezember ein Informations- und Workshop-Wochenende in der Stadt Kassel, Deutschland.

Ein Jahr im Dienste Europas

Seit einem Jahr verteidigen sie, von der Europäischen Demokratischen Partei und allen europäischen Demokraten geförderte, die Vision von Europa

9. Mai, Europatag!

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DenisProduction.com / Shutterstock.com

Strenggenommen gibt es keine Geburtsurkunde für Europa. Die Wahl eines Datums ist immer nur symbolischer Natur.

In der Zeit zwischen den Kriegen kann Aristide Briand als Gründungsvater Europas, als Fürsprecher des Friedens angesehen werden. Er war der erste, der mit Gustav Stresemann auf eine deutsch-französische Annäherung hin arbeitete. Doch die schöne Vorstellung eines föderalen Europas, die 1929 zum Ausdruck gebracht wurde, blieb ohne Folgen. Die Wirtschaftskrise und der zweite Weltkrieg begruben das Projekt.

Mehrere Termine standen zur Auswahl. Doch die Entscheidung für den 9. Mai 1950 lag nahe. Warum? Durch den Glauben und die Energie eines Mannes, Robert Schuman, steht die Erklärung vom 9. Mai 1950 für den ersten konkreten Erfolg der Europäischen Gemeinschaft. Dies war die Gründung einer Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), besser bekannt als Schuman-Plan.

Robert Schuman war kein dogmatischer Mann: Er hat nie einen europäischen Plan entwickelt. Im Lichte der Erfahrung und der Reflexion keimte erst langsam, peu à peu, eine europäische Vision auf. Im Frühjahr 1951 wurden die Verhandlungen, die zur Gründung der Montanunion führten, abgeschlossen. Schuman erläuterte damals die Gründe für die Geburt Europas: Man müsse ein vereintes Europa erschaffen, in dem „über den veralteten Nationalismen in Zukunft ein Gefühl der Solidarität der Nationen stehen“ solle. Zusammenarbeit wird auch durch das Transportwesen, die industrielle Konzentration und technische Spezialisierung erzwungen. Neben diesen zwingenden wirtschaftlichen Gründen gibt es eine weitere, nicht weniger wichtige Priorität: einen Ausweg für das deutsche Problem zu finden und dieses aufzulösen. Robert Schuman war der Architekt der Annäherung mit Deutschland.

Ein europäischer Aufbau nach Fertigbauweise kann einem erfahren Mann wie Schuman nicht zusagen. Aus diesem Grund plädiert er für begrenzte und konkrete Pläne, jedoch ohne dabei den Leitgedanken, nämlich das ursprüngliche Ideal, aus den Augen zu verlieren. Ein Europa des Friedens schaffen:

Damit der Frieden eine echte Chance hat, muss es zuerst ein Europa geben. Fast auf den Tag genau fünf Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands tut Frankreich den ersten entscheidenden Schritt für den Aufbau Europas und beteiligt Deutschland daran. (...) Europa wird so neu auferstehen, ein solide vereintes und kräftig geformtes Europa.

(Eröffnungsrede von Robert Schuman, 9. Mai 1950)

Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.

(Erklärung vom 9. Mai 1950)

Diesem Europa materieller, wirtschaftlicher Errungenschaften steht häufig ein weniger durchsetzungsfähiges politisches Europa gegenüber. Doch von den ersten Anfängen des europäischen Projektes an hat Robert Schuman die Bedeutung für Europa, seine Identität neu zu gestalten, betont:

Dem geteilten Europa ist es nicht gelungen, der zeitgenössischen Welt die spirituelle Botschaft mitzugeben, die sie so braucht. (...) Europa wird seine Seele in der Vielfalt seiner Eigenschaften und Bestrebungen neu gestalten (...) Die Einheit Europas wird nicht hauptsächlich durch europäische Institutionen erreicht; dies wird nur möglich sein, wenn der Geist der Menschen nach vorne schaut. Daher ist der freie Austausch von Ideen und von Menschen zwischen den europäischen Ländern so wichtig.

(frei nach Robert Schuman, 1955)

Die Kernpunkte von Robert Schumans diplomatischem Handeln sind ein wertvolles Vermächtnis, das man sich bewusst machen sollte: Die deutsch-französische Versöhnung, die Europäische Union, der die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vorausging, die Atlantische Solidarität, die im Abschluss des Atlantikpakts (1949) verankert ist.

Am 9. Mai feiern wir eines der bedeutsamsten Daten der Geburt Europas, eines Europas, das sich für den Frieden und Solidarität zwischen Nationen einsetzt.

Dieser Artikel erschien auf der Webseite der Mouvement Démocrate.