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EDP MEPS erzählen uns, warum sie sich entschieden haben, für Europa zu kämpfen.

Sprachen, Kulturen, regionale Unterschiede und lokale Initiativen müssen gepflegt werden, denn sie sind der größte Trumpf Europas.

Ein Einblick in die EU-Forststrategie

Ulrike Mueller
Charles Coudoré

Die stellvertretende EDP-Vorsitzende und Europaabgeordnete Ulrike Müller hat diese Woche gestrahlt, als das Plenum des Europäischen Parlaments für die neue EU-Waldstrategie für 2030 gestimmt hat. Die Zustimmung vom 13. September war ein großer Erfolg für sie als Berichterstatterin des Parlaments für die Strategie. Mit 417 Ja-Stimmen, 144 Nein-Stimmen und 67 Enthaltungen wurde der Text angenommen. Damit macht Europa einen dringend benötigten Schritt, um die Ziele des Green Deal für das Klima zu erreichen. Dies geschieht, indem das wirtschaftliche Potenzial der Forstwirtschaft mit der biologischen Vielfalt und den Klimazielen in Einklang gebracht wird, um die Wälder in der EU nachhaltig zu bewirtschaften. Dabei werden auch die lokalen Gegebenheiten sowie die Bedenken und Ideen der Waldbesitzer berücksichtigt.

Frau Müller, bemerkte: "Dies ist ein Erfolg auf ganzer Linie. Mit der Erfüllung von vier Hauptkriterien haben wir etwas Gutes für die Förster und Waldbesitzer erreicht."

Erfolgreiche Verhandlung von vier zentralen Ideen

Der Erfolg begann schon zu Beginn der Verhandlungen, als Müller vier Leitprinzipien einführte. Sie spiegelten die Multifunktionalität der Wälder, die Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung, die Befähigung der Eigentümer und die Berücksichtigung der lokalen Rahmenbedingungen durch einen Bottom-up-Ansatz wider.

Müller sieht die Zusammenarbeit der Beteiligten an diesem Bericht als äußerst konstruktiv an: "Das Parlament hat gute Arbeit geleistet. Die Kommission und die Mitgliedsstaaten sind nun für die Gestaltung der forstpolitischen Praxis verantwortlich. Sie müssen die Förster und Waldbesitzer in die Lage versetzen, diese vier Punkte in ihrer wirtschaftlichen und ökologischen Arbeit umzusetzen.“

Regionalität und Empowerment

Müller ist besonders zufrieden, dass die Strategie den regionalen Charakter der europäischen Wälder berücksichtigt. Die zentrale Aufgabe der Waldstrategie ist es, die Waldbesitzer in die Lage zu versetzen, unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen.

"Politiken und Instrumente müssen vor Ort funktionieren und wir wissen, dass Europa sehr divers und regional unterschiedlich ist. Das Fachwissen und die historischen Erfahrungen der Förster vor Ort müssen bei der Waldbewirtschaftung berücksichtigt werden. Sie sind unsere wichtigsten Partner, wenn es um Nachhaltigkeit und Klimawandel geht, und sie sollten die Strategie stärken."

Die Abstimmung markiert den Abschluss der Verhandlungen im Parlament, die Ulrike Müller als Berichterstatterin fast sechs Monate lang geführt hat. Müller hat mehr als ein Jahr lang den Initiativbericht akribisch vorbereitet. Die Leitgedanken, die sie einbrachte, bildeten die Grundlage für den Berichtsentwurf und dienten als Leitlinien für die Kompromissverhandlungen. Müller hat außerdem umfangreiches Expertenwissen aus Treffen mit internationalen Interessengruppen und Berufsverbänden beigesteuert.

Anfang September organisierten Müller und einige Kollegen unter dem Dach der Renew Europe Group ein Seminar über regionale Ansätze für die Waldbewirtschaftung und Möglichkeiten der Vergütung von Ökosystemleistungen. Experten aus dem Mittelmeerraum, den nordischen Ländern, den Vereinigten Staaten und Deutschland diskutierten über bewährte Praktiken, z.B. zur Bewertung und Operationalisierung der Kohlenstoffbindungsfunktion der europäischen Forstwirtschaft. Die vorgestellte "WoodApp" für kleine Waldbesitzer ist ein praktisches Beispiel für High-Tech-Lösungen, die in einigen Regionen bereits lokal umgesetzt werden. Da dieses Thema auf der Plattform der politischen Entscheidungsträger immer mehr an Bedeutung gewinnt, drängte Müller darauf, dass die Europäische Kommission einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, der ökologische, soziale und sogar rechtliche Aspekte einbezieht.

Wichtige Rolle der Wälder für klimaneutrales Management

Bis 2050 will die EU eine klimaneutrale Wirtschaft und Bioökonomie entwickeln. Der Europäische Green Deal formuliert auch Ziele für ein grünes Wachstum und grüne Arbeitsplätze. Wälder, Forstwirtschaft und die nachgelagerten Industrien spielen eine zentrale Rolle, um diese Ziele durch innovative biobasierte Produkte zu erreichen. Etwa 60 Prozent der Wälder befinden sich im Besitz von rund 16 Millionen privaten Eigentümern. In Europa besitzt die Mehrheit der Eigentümer weniger als 10 Hektar.